Adieu und no a schöna Tag.

Das Kölschwasser, welches sich langsam mit dem Duft des frisch aus dem Ofen genommenen Zopfes vermischt. Die Wienerli im Teig – fachmännisch Coquerli’s  – welche mir und den ersten Kundinnen und Kunden vor Augen bzw. in die Nase führen, wo ich mich befinde.

Es ist halb Acht. Freitag. Das Wochenende steht vor der Tür. Weihnachten steht vor der Tür. Menschen stehen vor der Tür. Sie wollen rein. Rein weil sie müssen, weil sie wollen. Es ist nicht besonders schön hier, es ist nicht besonders warm hier, es mag eigenartig riechen und dennoch bin ich hier – neudeutsch – doch ein wenig am «Place to be».

Hier, hier sind Märkli und Punkte die Währung. Was ist man schon ohne blaue Karte. Sogar Ingvar selig hatte sie im Portmonee. Während in anderen Nationen gestritten wird, wer denn nun ins Weisse Haus einzieht, ist man hier ebenfalls in einem Team. Im Team M, im Team C, im Team A oder im Team L.

Dir lieber Detailhandel widme ich diesen Text. Treu hast du mich begleitet. Wir lernten uns kennen, da war ich noch ganz jung; ein naiver Teenie mit allerlei Flausen im Kopf.

Ich weiss es nicht. Ich weiss es nicht ob du mich oder ich dich begleitet habe. Wir haben uns auf jeden Fall beide verändert und sind dennoch gleich geblieben.

Du hast mir so vieles gegeben. So viele schöne Begegnungen mit den verschiedensten Menschen. Ach was haben wir zusammen gelacht. Zornig hast du mich auch gemacht. Dann wenn es schwarze Löcher gab in Portmonees so schien es. Wenn Frau Löffelfinger ebendiese wieder in den Weiten des Geldbeutels verlor.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus oder so. DAS habe ich gelernt. Mit der Kundschaft sowie jeglichem anderen Schlag eigentlich auch. Ich habe Häkchen gemacht unter dem Tresen und bin in 890 000 von 1 020 000 Fällen auf das obige Ergebnis gekommen.

Es ist ein Abschied, vielleicht einer auf Zeit, wer weiss. Man sieht sich immer zweimal im Leben.